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Vier Seiten

for violoncello

  • Year of composition: 1997
  • Duration: 7′
  • Work commissioned by the State of Tyrol
  • WP: 1997, Innsbruck (AT) | Thomas Demenga (violoncello)
  • Recordings: Thomas Larcher: Naunz, ECM 2001

Thomas Demenga (violoncello) | CD Naunz

CD-Cover Naunz

Background

Programme note

While I was composing «Vier Seiten», I was constantly reminded of Ayrton Senna’s fatal accident, an accident that was repeated in slow motion ad nauseam on every television station. The swift moment of the car right before it crashed into a concrete wall, movement that was no longer goal-directed but had gone out of control, sending the car careening back and forth, followed. With time stretched out to such an extreme, you no longer experienced a crash but pieces of carbon fibre, metal and human body parts being rapidly pushed into one another. After the collision, so to speak as an epilogue, everything suddenly slowed down: tires and car particles hovered in the air, and the torso of the vehicle gradually juddered to a halt. Only then did I notice that the whole scene had been accompanied by paralyzing silence.

Thomas Larcher

Programmnotiz

«Vier Seiten» für Violoncello stellt den Versuch dar, ein Ereignis, welches in der Realität etwa zwei Sekunden dauert, in extremer Zeitlupe darzustellen, und dadurch über die große Linie der Bewegung hinaus auch die Mikrobewegungen sicht- bzw. hörbar zu machen.

Beim Komponieren des Stücks kam mir immer wieder der tödliche Unfall von Ayrton Senna in den Sinn – ein Unfall, der in den Fernsehprogrammen immer wieder, bis zur Unerträglichkeit, in Zeitlupe gezeigt wurde.

Der schnellen Bewegung des Autos unmittelbar vor dem Aufprall an einer Betonmauer, einer Bewegung, die nicht mehr zielgerichtet war, sondern außer Kontrolle geraten war, bei der das Fahrzeug hin- und hergerissen wurde, folgte ebendieser. Er stellte sich in dieser extremen zeitlichen Vergrößerung nicht mehr als Aufprall, sondern als ein schnelles Ineinanderschieben von Kohlefaser-, Metall- und Menschenteilen dar.

Nach diesem Aufprall, sozusagen als Nachspiel, verlangsamte sich alles plötzlich, Reifen und Autopartikel schwebten durch die Luft, der Torso des Gefährts schwang bis zur Bewegungslosigkeit aus.

In diesem Moment erst bemerkte ich, dass die ganze Abbildung des Vorgangs von lähmender Stille begleitet gewesen war.

Thomas Larcher

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